Verweilen

Natürlich habe ich auch dieses Jahr meinen Freund Frits in seinem Pianosalon in der Keizersgracht besucht und mir die Finger Wund gespielt und mich satt gesehen an herrlichen Instrumenten. Highlight für mich war ein riesiger Konzertflügel, der einen ungewöhnlich großen Tonumfang aufweist: G2 – C5. Wer Frits bei seiner Arbeit über die Schulter schauen oder einen Flügel kaufen möchte, der mehr Charakter und authentischeres Timbre als jeder beliebige Steinway ausstrahlt, besucht ihn direkt vor Ort oder ruft ihn an. Mehr Info unter http://www.erard.nl

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Ein bisschen zur Geschichte: Amsterdam ist eine Stadt wie jede andere auch, zumindest was ihre Bedeutung für die Menschen bzw Charakteristik angeht. Besucher kommen aus allen Ländern und Ecken der Welt hier her. 177 Nationalitäten wohnen und arbeiten hier. Manche bleiben eine Nacht, manche bleiben für immer. Der Grund, warum ihre Wahl auf Amsterdam fiel, ist sehr unterschiedlich und doch mit anderen Städten zu vergleichen. Doch was macht Amsterdam so einzigartig? Dieser Frage möchte ich in diesem Abschnitt auf den Grund gehen.

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Es ist schwer, vielleicht sogar unmöglich, sich dem Charme dieser Stadt zu entziehen. Zunächst einmal sind da diese wunderschönen historischen Gebäude. Die meisten, die man im Zentrum bewundern kann, stammen aus der Zeit zwischen 1600 und 1750. Ihren Höhepunkt hatte die Metropole zweifelsohne gegen Mitte des 17. Jahrhunderts, was dem florierenden Handel mit Gewürzen, Tees, Seide und anderen Kostbarkeiten geschuldet ist, jedoch zugleich der blutigen Vereinnahmung von Kolonien unter der Krone der Niederlande. Im frühen 19. Jahrhundert war es schlecht um das Ansehen und den Wohlstand bestellt; erst nach Fertigstellung des Nordzeekanals erfuhr die Stadt neuen Aufschwung.

Auch heute befindet sich Amsterdam in einer ständigen Bauphase: Der Bahnhof wird seit gefühlten 20 Jahren modernisiert, Brücken und Kanalisation erneuert, Häuser renoviert und instand gesetzt. Aber auch die Probleme bleiben. Erwähnt soll hier werden, dass die Politik versucht, Wohnungslose und Junkies aus dem Zentrum zu verbannen. Das bedeutet aber für die umliegenden Viertel noch mehr Probleme und führt dazu, dass ohnehin kriminelle und verarmte Viertel noch mehr leiden müssen. Soweit so gut. Das kennt man auch von anderen Metropolen.

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Amsterdam ist nicht nur, was Güter angeht, eine florierende Stadt. Täglich durchlaufen hier Menschenmassen, ja Horden, durch die Stadt. Die Restaurants, Hotels und Cafés florieren, ebenso die zahlreichen Coffeeshops, Bordelle, Spelunken und andere anrüchige Etablissements. Sicher ist eins: die Stadt hat dunkle und gefährliche Ecken. Die Stadt liegt auf dem Ranking der Kriminalität weltweit auf Platz 3, während New York auf Platz 7 vor sich hin dümpelt; vielleicht mag dies der Histerie der Amerikaner geschuldet sein, die hinter jedem seltsamen Namen eine Terrorgefahr vermuten und dementsprechend Vorkehrungen treffen. In Amsterdam kann man sich freier bewegen und die Polizisten sind immer freundlich und hilfsbereit.

Das kulinarische Angebot ist auf den ersten Blick vielfältig. Für Vegetarier und Veganer bietet die Stadt trotz ihrer Weltoffenheit wenig. Überall liest man „Steakhouse“, „Döner“ und „Burger“. Auch die Qualität der Speisen ist in den Partymeilen oder Fressgassen nicht wirklich gut, aber billig. Mich schreckt soetwas eher ab. Diese Anonymität des Fleischverzehrs in Verbindung mit so billigen Preisen und in einer solchen Umgebung verheißt in keinem Fall etwas Gutes. Weder für die Gesundheit, noch für die Tiere, noch für die Umwelt.

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Ein paar Ausnahmen findet man mittels App oder Mundpropaganda schon, wie hier das Vegabond in der Leliegracht 16. Dort finden sich neben einer kleinen Auswahl an Torten, Kuchen, Wraps und Snacks auch ein für Amsterdam ungewöhnlich breites Spektrum an Convinience Produkten wie Würstchen, Riegel, verschiedenste Pflanzenmilchsorten, Schokoladen, aber auch Weine, Saucen, Cracker, Rohkostnaschereien und vieles andere mehr. Wer mehr wissen will: http://www.vegabond.nl

Doch zurück zu meiner Frage, was Amsterdam so einzigartig macht. Es ist nicht leicht, zu definieren, was Amsterdam von anderen Metropolen abhebt. Geschichte und Gegenwart machen sie zu dem, was sie für uns ist und jeder sieht diese Stadt mit anderen Augen. Für mich ist es die Mischung aus den Gegensätzlichkeiten: dass man innerhalb kürzester Zeit die heimlichen verwünschten Gassen mit Charme und Charakter gegen die Weite und Nähe zum Meer tauschen; Schnelligkeit in einer Großstadt mit dem Rad für eine ganz neue Wahrnehmung und Proportion sorgen; dass Business und Vernügen oft nur eine Wand trennen; Kirche und Bordell in einer Nachbarschaft leben kann – das ist für mich das einzigartige an Amsterdam.

 

 

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