Die Kälte

Die Kälte kroch mir bis in die Knochen…

Ich hatte ganz schön Angst in mancher Nacht im Zelt. Es war aufregend, wild zu campen. In einer Nacht hatten wir direkt neben einem umzäunten militärischen Gebiet mit einem Sendemast unser Lager aufgeschlagen, der Wind pfiff laut durch die Bäume und die Metallverstrebungen des Mastes. Wir waren von drei Seiten dem Wind ausgeliefert. Es war wirklich ziemlich kalt. Selbst das Inlet aus Fleece von Florian war noch nicht ausreichend warm genug, sodass ich eines Nachts auf die Idee kam, immer meine Jacke, die ich nachts nicht anhatte, vor dem Schlüpfen in den Schlafsack um meine Füße und Waden zu wickeln.

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Mein erster Striptease in einem Zelt sollte nicht der letzte gewesen sein…

DSC_0407Wenn du den ganzen Tag im Sattel gesessen und mehr oder weniger feuchte Wäsche vom Schwitzen an deiner Haut hast, hört der Spaß auf. Spätestens dann, wenn du Pause machst und dein Körper zur Ruhe kommt, merkst du, wie dir die Kälte in die Knochen kriecht. Ideale Bedingungen, um sich eine Lungenentzündung einzufangen. Deshalb habe ich mich, sofern ich gemerkt habe, dass ich noch Nässe auf der Haut hatte, ganz ausgezogen und habe meine Haut abgerubbelt und sofort trockene Kleidung angezogen. Schwierig ist es, die feuchte Wäsche zu trocknen, denn bei den Temperaturen ist nicht viel zu machen. Eitel darf man auf so einer Tour nicht sein, aber zum Glück hatte ich keinen Spiegel dabei, sonst hätte ich womöglich jeden morgen einen Schreikrampf bekommen, weil ich beinahe aussah, als ob ich ein ernstes Alkoholproblem gehabt hätte – Aufgequollenes Gesicht, verschnupft, völlig erschöpft von den Kilometern des Vortages und der zehrenden Kälte.

Morgens war es eine Überwindung, das Zelt zu öffnen und den kalten Wind zu spüren, aber noch unangenehmer war es jedes Mal, in die eiskalten Schuhe zu schlüpfen und das war anstrengend. Man war aber schnell warm, wenn man das Zelt abgebaut und sich ein bisschen bewegt hatte. Schnell was gegessen, Zähne geputzt, getrunken, gepinkelt und auf den Sattel. Halt! nochmal kontrollieren, ob wir auch wirklich keinen Müll oder etwas unserer Sachen liegen gelassen hatten. So viel Zeit musste sein.

DSC_0411 - KopieBeeindruckt waren wir schließlich, als wir nach tagelangem Dörfer-Idyll plötzlich die erste Großstadt vor uns hatten: Reims. Wieder im Supermarkt, aber vor allem in der Kathedrale, wurde uns bewusst, wie verrückt unsere Reise doch war. Und seltsam, diese Franzosen. Lauter Dörfer, viel Viehzucht, kaum Supermärkte oder Konsumtempel, wie bei uns in Deutschland. Man lernt viel über die Geografie und Gewohnheiten der Menschen, die doch ein wenig anders leben als wir Deutschen. Vor allem aber faszinierte uns, dass die meisten Häuser von außen heruntergekommen waren, innen aber ein gewohntes, fast schon deutsches Bild zu sehen war. Im nächsten Absatz erfahrt ihr etwas genauer, wie Franzosen eingerichtet sind. Übrigens: Besonders schön fand ich die Häuser in der Champagne und diesen verträumten und fast schon schlampigen Stil der Häuser und Gärten in Frankreich.

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