Rückreise

 

Am Morgen fuhren wir auch am Eiffelturm vorbei. Vorne an der dunklen Kante sind zwei Menschen mit orangefarbenen Westen zu erkennen: Florian und Kevin. Neben der Müllabfuhr waren wir drei wohl die einzigen Menschen an jenem Morgen des Ostersonntags in Paris, die Sicherheitswesten trugen. Am selben Tag wurde der Platz und der Turm aufgrund einer Bombendrohung geräumt. Gerne wären wir trotz dessen einen Tag mehr in Paris geblieben, jedoch mussten wir unsere Reise leider hier beenden, denn am darauffolgenden Tag war für Kevin und Florian wieder der Ernst des Lebens angesagt. Aber wir hatten es geschafft. Wir waren zu dritt nach Paris gefahren, ganz allein durch Muskelkraft und mit wenig Geld – Ich habe ohne das Bahnticket etwa 80 Euro für Lebensmittel ausgegeben, aber die Eindrücke, die man von so einer Reise mit nach Hause nimmt, sind schlichtweg unbezahlbar.

Mit dem Zug zurück

Es war noch sehr ruhig auf dem Campingplatz, als wir uns davonmachten. Die Stadt lag wahrhaftig noch im Tiefschlaf, sodass wir keinerlei Angst haben mussten, uns zu verlieren oder im Getümmel die falsche Straße zu erwischen. Es war noch stockdunkel, als wir losfuhren, um zum Gare de L’est zu gelangen und als wir gegen halb neun dort ankamen, war es inzwischen hell. Da wir etwa um sechs das Gelände des Campingplatzes verlassen hatten, waren wir somit ganze 2,5 Stunden unterwegs. Das waren die schmerzhaftesten Kilometer für uns drei, denn wir wollten eigentlich nur noch eins: im warmen Zug sitzen, der um halb zehn fahren sollte. Wir kauften uns die Tickets, und zwar so gelegt, dass wir an jedem Bahnhof wirklich viel Zeit hatten, zuerst die Gepäckstücke und dann die Räder raus und in den nächsten Zug hinein wuchten zu können, ohne panisch auf die Uhr gucken und uns beeilen zu müssen. Wir hatten beim Ausdrucken der Reiseunterlagen anfangs Bedenken, ebenso der Mann am Schalter, ob unsere Tickets auch komplett und überall gültig waren. Jedoch bestand im Nachhinein kein Grund zur Sorge. Ich denke persönlich, falls ein Teil der Strecke durch unsere Tickets nicht abgedeckt worden wäre; uns hätte niemand das Leben mit so viel Gepäck nach so einer langen Reise schwer machen wollen, zumal der Mann am Schalter am Gare de L’est vielleicht ja auch einen Fehler hätte machen können, ohne es beabsichtigt zu haben. Mit diesem Gefühl fuhren wir also gen Heimat.

DSC_0443 - Kopie

Was Franzosen sich unter einem Fahrradabteil vorstellen, wussten wir nicht wirklich, bekamen dann aber einen deutlichen Einblick, nämlich einen winzigen. Die Einstiegshöhe war unerhört, denn das Gleis war ebenerdig mit den Schienen und der Zug ähnelte den unsrigen IC’s oder alten RE’s, und zwar in Abteilbauweise. Wer einmal mit einem solchen Zug gefahren ist, wird sich fragen, wie wir die Räder in die schmale Tür, dann direkt nach links durch die Korridortür und wieder direkt nach rechts in das erste Abteil bekommen haben. Ich jedenfalls staunte nicht schlecht, als es mir gelang. Der Schaffner war selbst beinahe schon verlegen, als er uns mit den Rädern und all dem Gepäck am Bahnsteig sah. Florian und Kevin durften aber an eine andere Stelle, direkt in den Türbereich des ersten Waggons hinter der Lok, ausweichen. Über Bar-Le-Duc, Nancy und schließlich Trier und Koblenz und Mainz waren wir insgesamt rund 12 Stunden unterwegs, davon etwa 7 Stunden Fahrzeit, und etwa 30-60 Minuten Umsteigezeit an jeder der genannten Stationen. Das Bild über diesem Abschnitt zeigt übrigens die Kathedrale von Nancy, die vis â vis des Bahngleises emporragt.

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