Untertauchen

Meinen Freund Frits, der einen Klaviersalon mit Erard-Flügeln in der Innenstadt besitzt, traf ich ziemlich schnell. Auch einen ehemaligen Mitstudenten aus Wiesbaden: Der Zufall wollte es an einem Tag in der Innenstadt, als ich plötzlich bemerkte, dass mir jene Gangart und Körperstatue bekannt vorkam. Ich tippte auf die Schulter und lag richtig. So war ich nicht ganz so allein in Amsterdam und hatte einige schöne Tage und Stunden, auch auf dem Gay-Pride habe ich mich sehen lassen. Aber viel interessanter und schöner sind natürlich die kleinen Gassen, die Grachten, die schrillen Schaufenster, die offene Art der Menschen in Amsterdam…DSC_5904

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Zu Gast bei Maison Erard

Die Adresse für Liebhaber alter und älterer Erard-Pianos und Flügel. Frits Janmaat, ein frischer und unkomplizierter Mensch, betreut, restauriert und verkauft Flügel aus dem 18., 19. und 20. Jahrhunders dieser Marke, von der einige Pianisten schwören, dass sie noch heute besser als Steinway oder ähnliche Spitzenhersteller klingen und reagieren. Nach einer Besichtigung der Werkstatt wurde ich noch von Frits in die oberen Stockwerke eingeladen, bis hinauf auf die Dachterasse mit Aussicht und intimer Loge über den Dächern Amsterdams. Und als ob das nicht noch überraschend genug gewesen wäre, ging es wenig später sogar mit dem Boot in den Hafen, wo ich mich schnell noch ein wenig erfrischen konnte, ehe die Hafenpolizei uns wieder wegschickte. Frits‘ Kommentar dazu: „A party isn’t a party without police“. Ein unvergesslicher Tag!

Für Liebhaber und Klangidealisten: http://www.erard.nl

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Abends ging es nochmal in die Innenstadt, nachdem ich mich geduscht und nochmal umgezogen hatte. Man gewöhnt sich recht schnell daran, umsichtig zu sein in dieser von Radfahrern dominierten Stadt. Es kann in jeder noch so kleinen Gasse passieren, dass ein Rad mit hoher Geschwindigkeit an einem vorbeiprescht. Und Licht am Rad hat längst nicht jeder, der in Amsterdam mit dem Rad unterwegs ist. Also: Arme nah am Körper lassen, keine hektischen Bewegungen machen. Und wenn es mal eng oder hektisch wird, wissen die Amsterdamer mit der Situation umzugehen, manchmal sogar mit Humor und Leichtfertigkeit.

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Ein Abstecher ins Pianolamuseum – Ein Muss in Amsterdam!

Am vorletzten Tag meiner Reise besuchte ich noch das Pianola-Museum in der Westerstraat. Dort pflegt, präsentiert, archiviert und verzaubert Kasper, ein älterer, großer und freundlicher Herr mit gutem Deutsch, seine Sammlung an vielen vielen Klavieren, Flügeln und Apparaturen, die Musik noch vor Erfindung der Schallplatte, aber auch längst nach der Erfindung derselben, wie von Geisterhand und in Echtzeit am Instrument wiedergeben. Das Besondere: Komponisten konnten eine „Aufnahme“ machen und so ihre Interpretation eines Stücks für immer festhalten. Und das an einem echten Klavier, nicht von Lautsprechern oder digital.

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Ein Pianola kostete, wenn man es mit heutigen Verhältnisse vergleicht, rund 250.000 Euro – also soviel, was heute ein Haus kosten würde. Und das Land, welches die meisten Pianorollen (nicht die unter den Beinen des Klaviers, sondern die Rollen, die man in den Automaten einspannt und abspielen lässt) produziert hat, ist – richtig geraten – Argentinien. Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, eine CD mit Aufnahmen von solchen Rollen mit argentinischen Tänzen und Tangos, mit und ohne Gesangsbegleitung, mitzunehmen.

Wer mal hin möchte: http://www.pianola.nl

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